Vorladung Polizei: Was ist zu tun?

Schock: Vorladung Polizei! Was soll man tun? Haben Sie von der Polizei ein Schreiben erhalten, mit dem Sie aufgefordert werden, zu einem bestimmten Termin bei der Polizei zu erscheinen? Dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Vorladung zur Vernehmung – entweder als Beschuldigter einer Straftat oder als Zeuge. Je nach Art der Vorladung, können auf den Empfänger unterschiedliche Pflichten zukommen.

Vorladung Polizei: Kein Grund zur Panik

Von der Polizei vorgeladen zu werden, wird bei den meisten Menschen ohne strafrechtliche Vorgeschichte zunächst Grund für übereilte Handlungen und Gedanken sein. Bleiben Sie jetzt ruhig! Hier die Handlungsempfehlung, wenn Sie keine Erfahrung mit Ermittlungsverfahren haben:

  1. Schreiben der Polizei genau lesen und verstehen
  2. Inhalt des Schreibens nach Schlagworten durchsuchen: Beschuldigter oder Zeuge?
  3. Diesen Artikel bis zum Ende lesen
  4. Anwaltliche Hilfe suchen: 069-173261260

 

Vorladung Polizei: Zeuge

Sind Sie als Zeuge von der Polizei vorgeladen worden, können Sie die Aufforderung, auf der Polizeiwache zu erscheinen, in den meisten Fällen ignorieren. Denn eine Pflicht, bei der Polizei eine Zeugenaussage zu machen, besteht zunächst einmal nicht. Das Schreiben der Polizei mag vielleicht etwas anderes nahe legen, das Gesetz ist jedoch an dieser Stelle eindeutig. Sind Sie als Zeuge jedoch unabdinglich für die weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, wird Sie diese zu gegebener Zeit nochmals vorladen. Bei der Staatsanwaltschaft haben Sie jedoch zu erscheinen und unter Umständen auch auszusagen. Hier sollten Sie sich von einem Anwalt hinsichtlich Ihrer Aussagerechte und -pflichten beraten lassen. Denn nicht selten wird der Zeuge durch eine „frei von der Leber“ erzählte Geschichte selbst plötzlich zum Beschuldigten.

 

Vorladung Polizei: Beschuldigter

Als Beschuldigter ist zunächst zu prüfen, ob lediglich eine Stellungnahme zu den gegen Sie erhobenen Vorwürfen angefragt wird, oder ob weitere sog. „erkennungsdienstliche Maßnahmen“ angeordnet wurden. Im ersten Fall gilt wie schon für die Vorladung als Zeuge, dass man nicht erscheinen muss. Bei erkennungsdienstlichen Maßnahmen (Fingerabdrücke, Lichtbilder, DNA etc.), sollten Sie sich anwaltlich beraten lassen, ob der Anordnung im Einzelfall Folge zu leisten ist. Denn hat die Behörde die Daten erst einmal erhoben, können diese lange Zeit für andere Verfahren herangezogen werden.

 

Vorladung Polizei: Muss ich mein Nichterscheinen begründen?

Klare Antwort: Nein. Sollten Sie als Beschuldigter oder Zeuge lediglich zur Vernehmung vorgeladen worden sein, müssen Sie nicht begründen, warum Sie nicht erscheinen wollen. Auch der oft auf der Ladung zu findenden Bitte, man möge sich telefonisch melden, sollte niemals gefolgt werden. Selbst wenn Sie sich vermeintlich nur nett mit dem Polizisten unterhalten, kann alles, was Sie freiwillig und unbedacht preisgeben, gegen Sie verwendet werden.

 

Weiteres Vorgehen: Anwaltliche Hilfe suchen

Nachdem Sie ruhig geblieben sind und keinen Kontakt mit der Polizei aufgenommen haben, sollten Sie umgehend einen Anwalt aufsuchen. Dieser kann für Sie die Ermittlungsakte anfordern und den Schriftverkehr mit der Polizei bzw. der Staatsanwaltschaft führen. Auf diese Weise können Sie sich nicht bei der Polizei verplappern. Zudem kann der Anwalt aufgrund der Akte herausfinden, was genau gegen Sie vorgebracht wurde und auf welche sonstigen Beweise und Ermittlungsergebnisse sich die gegen Sie vorliegende Strafanzeige stützt. So kann man ggf. noch im Ermittlungsverfahren eine Einstellung des Verfahrens bewirken.

 

Was kostet das alles?

Das lässt sich teilweise pauschal beantworten: Für die Erstberatung fallen maximal 226,10 EUR inkl. USt. an. Gut investiertes Geld, wenn man dadurch eine Verschlimmerung der Situation verhindern kann.

Sollte es zur Akteneinsicht kommen, bieten wir preiswerte Pauschalen an. Je nach Art und Umfang der gegen Sie erhobenen Vorwürfe, ist sodann für das Ermittlungsverfahren und eventuell das anschließende Hauptverfahren eine Pauschalgebühr möglich, die jedoch niemals die gesetzlichen Gebühren für den Strafverteidiger unterschreiten darf. Gerne beraten wir Sie vorab über die Kosten der Verteidigung.

 

 

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